Heißhunger auf Süßes an kalten Winterabenden

Süßen Verführungen widerstehen

7 heiße Tipps, wie du Süßgelüsten widerstehen kannst… nicht nur in der Vorweihnachtszeit

Heißhunger auf Süßes überfällt dich oft heimtückisch beim Feierabend-Shopping oder wenn du abends gemütlich auf dem Sofa sitzt, und du kannst kaum dagegen ankommen, richtig? Aber wieso eigentlich? In der TCM-Ernährungslehre gibt es dafür nicht nur eine relativ einfache Erklärung, sondern auch wirkungsvolle Strategien, der Gier auf Schokolade und Co. zu widerstehen.

Wie clever die Supermärkte ihre vorweihnachtliche Quengelware aufstellen, fällt mir gerade in diesen Tagen auf, wenn ich nach Feierabend schier unendlich lange in der Warteschlange zur Kasse stehe. Eingepfercht zwischen meterhohen Aufstellern mit Adventsleckereien, greife ich dann doch irgendwann – fast wie unter hypnotischem Zwang – zur Packung Lebkuchen. Und manchmal gesellen sich im Einkaufswagen auch geschwind noch Spekulatius, Marzipankartoffeln und Weihnachtsschokolade mit hinzu…

Warum erliegen wir so oft unserer Gier nach Zucker?

Die Antwort ist ganz einfach: Zu unseren angeborenen Stress- und Triebreaktionen zählt auch der Nahrungstrieb. Dieser sorgt dafür, dass unser Körper stets genügend Energie und Elektrolyte erhält, um seine Aufgaben zu erfüllen. Unbewusst haben wir also einen ständigen Drang nach Salzen, kohlehydratreichen Fetten und Zuckern, damit Nerven und Muskeln funktionsfähig bleiben.

So widersprüchlich es klingen mag:

Vor allem das Gehirn ist an unserer Gier nach Zucker schuld

… denn es gewinnt die benötigte Energie aus Glukose.

Nun ist es jedoch leider so, dass wir vor allem seit der Industrialisierung der Lebensmittelindustrie viel mehr Zucker zu uns nehmen, als gut für uns ist. Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO), maximal 50 g Zucker pro Tag empfiehlt – das entspricht etwa 12 Teelöffel – beträgt der tatsächliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland mit ca. 96 g Zucker pro Tag fast das Doppelte [1].

Nun gut: Süßigkeiten kaufen ist das eine. Das heißt ja noch lange nicht, dass ich sie auch unkontrolliert in mich hineinschlinge… Oder doch?

Das große Dilemma in der kalten Jahreszeit

Im Herbst und Winter verlangt unser Körper ganz automatisch nach mehr Kohlehydraten und Zucker, einfach um die „Betriebstemperatur“ konstant zu halten.

Oft kommt noch Alltags- oder Arbeitsstress hinzu. Du hast vielleicht schon zu Mittag nur irgendwo zwischen Tür und Angel oder gar im Stehen einen kalten Salat gegessen. Wenn du dann wirklich erschöpft und hungrig nach Hause kommst, liegt der Griff in die Süßigkeitenkiste möglicherweise doch näher als du es gerne möchtest… und als dein Verstand es dir gebietet.

Da hilft es nur, dich und deinen Körper selbst zu überlisten. Doch wie?

Meine eigenen 7 Erfolgsstrategien habe ich dir hier zusammengestellt:

Meine 7 unwiderstehlichen Tipps gegen akute Süßgier

1. Vollkornprodukte

Alles schon zig mal gehört, aber immer wieder wichtig, sich zu erinnern: Komplexe Kohlenhydrate versorgen, anders als Weißmehlprodukte, deinen Körper langsam und langfristig mit Energie. Dein Blutzuckerspiegel bleibt dadurch stabiler, und Heißhungerattacken haben viel seltener eine Chance bei dir.

2. Grünes Blattgemüse:

Grünes Gemüse enthält viele Bitterstoffe, und bittere Lebensmittel helfen dir, das Verlangen nach Süßem zu reduzieren. Dies lässt sich auch anhand der 5 Wandlungsphasen der TCM erklären: Das Element FEUER, dem der bittere Geschmack zugeordnet ist, ist im Kreislauf der Elemente der ERDE vorangestellt, zu welcher der süße Geschmack gehört. Ein häufiges Verlangen nach Süßem weist meist auf eine Schwäche im ERDE-Element hin.

Diese Schwäche lässt sich am besten beheben, indem du bittere Lebensmittel zu dir nimmst, also das Mutter-Element FEUER stärkst. Greife also so oft es geht nach Grünkohl, Wirsing, Spinat, Mangold, Chinakohl, Pak Choi und ähnlichem. Das gleiche gilt im Prinzip auch für grünen Salat und Feldsalat, die als Beilage auch in dieser Jahreszeit super geeignet sind. Deine Hauptmahlzeit sollte jedoch nicht aus Rohkost bestehen, sondern gekocht und warm sein, um deine ERDE, deine Mitte, nicht zusätzlich zu schwächen.

3. Dunkle Schokolade:

Es hat viel mit Gewohnheit zu tun, ob man dunkle Schokolade mag oder nicht. Du isst gerne Schokolade, aber bevorzugst (noch) die Vollmilchvariante? Dann kann es sich wirklich lohnen, wenn du dich nach und nach an Schokolade mit einem höheren Kakaoanteil heranwagst. Von 30% auf 50% und Stück für Stück weiter, bis du 70% oder mehr erreicht hast.

Nicht nur reduzierst du dadurch automatisch deinen Zuckerkonsum. Du nimmst auch mehr von den in Kakao enthaltenen Flavonoiden auf. Diese sekundären Pflanzenstoffe schützen deine Körperzellen vor oxidativem Stress . Wenn du ein bis zwei Stücke bittere Schokolade langsam im Mund schmelzen lässt, wirst du mit der Zeit merken, dass dies genauso befriedigend sein kann wie zwei Riegel Milchschokolade. Gleichzeitig kannst du dadurch auch vom „Bitter-Effekt“ profitieren (siehe: grünes Blattgemüse).

4. Kräutertee:

Halte für zwischendurch ein paar leckere Sorten Kräutertee parat, am besten mit Süßholzwurzel, dass inzwischen in fast jeder Kräuterteemischung enthalten ist. Dadurch kannst du dein Verlangen nach süßem Geschmack ein bisschen austricksen.

5. Eiweiße:

Achte auf eine ausreichende Proteinversorgung über den Tag. Proteine wirken langanhaltend sättigend, weil sie langsamer verdaut werden. Außerdem enthalten manche Eiweiße Aminosäuren wie Tryptophan und Tyrosin, die an der Bildung der sogenannten „Glückshormone“ Serotonin und Dopamin beteiligt sind. Zu den eiweißhaltigen Lebensmitteln zählen zum Beispiel Hülsenfrüchte, wie Kirchererbsen, Bohnen, Linsen etc., sowie mageres Fleisch, fettarme Milchprodukte, Pilze und Getreide.

6. Sport und Bewegung:

Nicht nur bist du in der Zeit, in der du Sport treibst, anderweitig beschäftigt und kommst gar nicht auf die Idee, an Schoki & Co. zu denken. Eventuell hast ja selbst schon festgestellt, wie du – nicht zuletzt auch durch die körpereigene Produktion von Glückshormonen beim Sport – eine ganz andere Motivation hast, dir selbst etwas Gutes zu tun. Arbeits- und Alltagsstress lassen sich durch regelmäßige Bewegung auch wunderbar abbauen.

7. Zu guter Letzt… Schlafen, und zwar ausreichend und möglichst ungestört:

Denn erstens gilt: Wer schläft, sündigt nicht 😉 Zweitens ist erholsamer Schlaf unverzichtbar, um nicht in die Teufelsspirale aus Stress, Erschöpfung, ungesunder Ernährung, Infektanfälligkeit und dadurch bedingter verminderter Leistungsfähigkeit zu geraten. Das Entscheidende dabei ist, dass du möglichst ungestört 7 bis 8 Stunden am Stück durchschläfst.

Denn Menschen, die regelmäßig kürzer schlafen, haben es nicht nur schwerer, Stresshormone abzubauen. Dies steigert das Gefühl der Überlastung im Alltag nach und nach immer mehr. Müdigkeit, Stress und Erschöpfung bremsen wiederum die Motivation, sich tagsüber gut zu versorgen, fast automatisch aus. Eine neuere Studie belegt zudem: Je besser der Schlaf, desto effektiver kann auch unser Immunsystem arbeiten. Und ein starkes Immunsystem ist aktueller denn je! Doch das ist wieder ein anderes Thema…

TIPP: Wenn du zu den vielen Menschen zählst, die an Ein- oder Durchschlafproblemen leiden, könnte CBD, der nicht berauschende Wirkstoff der Hanf- oder Cannabispflanze eine Lösung für dich sein. Mehr dazu liest du in meinem Interview bei Mama-brennt [2]. CBD kann außerdem zur Stabilisierung deines Blutzuckerspiegels beitragen und somit Anfälle von Heißhunger ebenfalls reduzieren.

Du erliegst doch immer wieder den süßen Verführungen?

Dann beobachte dich eine Zeit lang! Bevor du zum nächsten Keks, Dominostein oder Lebkuchen greifst, atme 10 Mal durch und fühle in dich hinein:

Sind es wirklich Süßigkeiten, die du jetzt brauchst, oder kompensierst du ein anderes Bedürfnis? Zum Beispiel das nach einer ordentlichen warmen Mahlzeit oder einfach einem Gespräch, um deinen Frust aus der Arbeit loszuwerden?

In etwa 50 % der Fälle wirst du merken, dass du in diesem Moment gar nicht den Zucker, sondern etwas ganz anderes brauchst.

Es kann sich auch lohnen, mit dem Frühstück ein bisschen zu experimentieren:

Nicht jeder Ernährungstyp kommt mit Haferflocken und Müsli am Morgen optimal zurecht. Eventuell hält bei dir ein proteinreiches Frühstück länger vor als ein kohlehydratreiches.

Gerne helfe ich dir, deinem ganz persönlichen Ernährungstyp auf die Schliche zu kommen und mit dir eine Liste von Lebensmitteln zusammenzustellen, die dir nicht nur schmecken, sondern deinen Stoffwechsel optimal unterstützen. Nimm gerne Kontakt zu mir auf!

https://der-mensch-im-zentrum.com/kontakt/

Sollte es dich doch mal packen, und du kannst der Packung Marzipankartoffeln partout nicht widerstehen, ärgere oder verurteile dich bitte nicht! Hake es ab, schau nach vorne und mach mit deiner gesunden Ernährung einfach weiter, so gut es geht weiter!

Und wenn du dich ab und zu mal von Schoki und Co. verführen lässt, dann genieß es mit allen Sinnen – das Leben will gelebt werden!

Wenn du dich ab und zu von Süßigkeiten verführen lässt, dann tue es mit Genuss!

Quellen und interessante Links:

1: https://www.gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/suesses/zuckerersatz

2: https://mama-brennt.de/wirksamkeit-des-cbd-oels-interview-mit-anne-baumgart/

3: https://mama-brennt.de/schlaflosigkeit-kann-cbd-oel-die-loesung-sein/

4: https://breitband-hanf.kannaway.com/

5: Beitragsfoto: Anas Alhajj auf Unsplash

Diabetes mellitus aus Sicht der TCM

Diabetes mellitus oder „Zucker“, wie die Krankheit im Volksmund genannt wird, entwickelt sich zu einem immer größeren Problem. Immer mehr jüngere Menschen sind von Typ 2-Diabetes betroffen. Doch Diabetes ist kein unabwendbares Schicksal. Die Ernährung spielt eine wesentliche Rolle in der Vorbeugung und Therapie. Naturheilkundliche Behandlungen und eine Lebensstilberatung können positiv unterstützen.

„Diabetes mellitus“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet honigsüßer Durchfluss

Das Wort „Diabetes mellitus“ stammt aus dem Altgriechischen und heißt übersetzt so viel wie honigsüßer Durchfluss. In der chinesischen Medizin gibt es historisch eine Vielzahl von Beschreibungen für den Diabetes Mellitus, doch allen gemein sind übermäßiger Durst, Heißhunger, häufiges Wasserlassen, süßlicher Urin und als Spätfolge Abmagerung und Auszehrung. Dabei kommt der Begriff Xiao Ke 消渴 = „Durstkrankheit“ am häufigsten vor.

Die wichtigsten Entstehungsmechanismen des Diabetes (Xiao Ke 消渴) aus chinesischer Sicht lauten zusammengefasst: ein schwaches Nieren-Wasser, Sommerhitze, allgemeine Yin-Schwäche, das Alter, Hitze in Milz und Magen und ein brennendes Herz-Feuer.

Entsprechend der TCM-Syndromdiagnostik entstehen all diese Krankheitsmuster durch übermäßige Lust auf Genuss. 

Wie kann die TCM bei Diabetes helfen?

Im Rahmen von Yang Sheng, wie im Chinesischen die Lebenspflege genannt wird, spielt die Kräuterheilkunde eine wesentliche Rolle. Mit einem pflanzlichen Präparat der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ließ sich in einer randomisierten klinischen Studie die Zahl der Diabetes-Neuerkrankungen bei Menschen mit gestörter Glukosetoleranz um fast ein Drittel senken. Dies geht aus einer Publikation im Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism (Online) hervor:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57256/Traditionelle-chinesische-Medizin-beugt-in-Studie-Diabetes-vor

Wenn du Fragen zu Diabetes Typ 2 hast oder wissen möchtest, welche Möglichkeiten einer naturheilkundlichen Behandlung es bei mir gibt, kontaktiere mich gerne! Bei Interesse an einem begleitenden oder vorbeugenden Gesundheitscoaching freue ich mehr sehr über deine Kontaktaufnahme:

https://der-mensch-im-zentrum.com/kontakt/

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